Ein Märchen für Liebende Ein Polarwolf und ein Hermelin lebten zusammen in einem grauen Haus. Eines wunderschönen Tages öffneten die beiden morgens ihre Türe und oh Wunder: es hatte ihnen jemand als Geschenk einen Topf mit einem wunderschönen Rosenstrauch vor die Türe gestellt. ![]() Beide freuten sich sehr, dass das Grau Ihres Hauses durch etwas so wunderschönes wie diese Blume farbig erhellt wurde und feierten ein großes Fest, zu dem sie viele Gäste einluden und das lange währte. Die wunderschöne Rose wurde von allen bewundert und da sie sich in ihrer grauen Umgebung bisher schon sehr alleine und unbeachtet gesehen hatten, blühten auch der Wolf und das Hermelin unter dieser Bewunderung auf. Der Wolf wollte die Rose unbedingt seinem ganzen Rudel zeigen, das über das halbe Land verstreut wohnte - damit jeder sehen konnte, dass er nun endlich auch ein besonderer Wolf mit einer wunderschönen Rose sei. Wölfe sind Rudeltiere und machen das nun mal gerne. Das Hermelin wusste schon etwas über Rosen und ihre nötige Pflege und wollte den Wolf etwas bremsen. Eine so wunderschöne Blume müsste auch gepflegt und umsorgt werden und so versuchte das Hermelin sich wichtig zu machen und den Wolf zu belehren, indem es sich als Hüter der Rose aufspielte. So stritten der Wolf und das Hermelin immer wieder lange wie denn die Rose am besten zu behandeln wäre. Jeder wollte das Recht des Wissenden in Anspruch nehmen und den anderen von seiner Sichtweise überzeugen. Sie diskutierten und redeten und besuchten einen Wolf nach den anderen, redeten wieder und stritten sich und jeder der beiden wollte die Kontrolle über die Rose besitzen. Dabei merkten diese beiden Tiere gar nicht, dass sie vergessen hatten ihre Rose zu düngen und zu wässern und diese meistens auch zu sehr in der prallen Sonne stand. Das Resultat war, dass ihre Rose langsam vertrocknete ohne dass sie es bemerkten. Wie war das Entsetzen groß als sie den welken Rosenstrauch sahen. Nun ging das Gezeter weiter: Der Wolf zeterte mit Hermelin, dass es die Rose nie geliebt hatte, da es über die Rose nur Macht über den Wolf ausüben wollte. Er hätte ein Hermelin werden sollen und dabei war er doch ein Wolf. Das Hermelin beschwerte sich beim Wolf, dass er die Rose nie geliebt hatte, sondern sich nur vor seinen Freunden mit dem Besitz einer Rose schmücken wollte. Er hätte versucht aus einem Hermelin einen Wolf zu machen und dabei die Pflege der Rose vergessen. Doch wie im Märchen der kleine Prinz tauchte auch in diesem Märchen ein schlauer und belesener Fuchs auf, der sich mit Parabeln und der Weltenseele auskannte. Er sprach zu ihnen: Lieber Wolf und liebes Hermelin - eure Rose ist verwelkt und vielleicht wird sie nie mehr so wie sie war erblühen. Doch da ich ein schlauer Fuchs bin, habe ich auch den Alchemisten von Paulo Coelho gelesen. Dort geht es um die Weltenseele und als der Fuchs der ich bin, kann ich euch einen Rat geben: Nehmt Kontakt auf mit der Seele der Welt und wisset, dass diese alles umschließt. Dort werdet ihr auch das Abbild eurer Rose finden, denn in der Weltenseele bleibt alles bestehen und es gibt dort kein Welken und Verblühen. Wenn ihr die wunderschöne Rose wieder gefunden habt, so verbindet euch mit der Rose und versteht ihrSein und beginnt selbst diese Rose zu werden. Ihr werdet in allen Farben erstrahlen und es ist unwichtig ob andere Menschen diese Schönheit achten, denn ihr selbst seid zur Essenz der Schönheit geworden. Nehmt dies in euer Herz und vergesst nie, dass euer Haus nicht grau sein muss. Vielleicht sollte auch ein Wolf unter Wölfen und ein Hermelin unter Hermelinen leben. Aber egal für was ihr euch entscheidet: Sucht nie die Schuld beim anderen, sondern werdet Teil der Weltenseele und Teil der Rosen dieser Welt. Ihr werdet strahlen wie eure Rose und den Duft eines ganzen Rosenfeldes verbreiten und doch werdet ihr nie versuchen wieder eine Rose zu besitzen. Denn man kann nichts besitzen wenn man es wirklich liebt!! Und die beiden dankten dem weisen Fuchs. Doch da sie beide noch lange nicht so weise waren, zankten sie weiter, bis irgendwann ein Lächeln über Ihre Gesichter strahlte..... Vielleicht hatten die beiden den Eingang zur Weltenseele gefunden? Und als nun die Großmutter, die dieses Märchen ihrem Enkel erzählte sanft über seinen Kopf strich und ihm einen Guten Nacht Kuss gab, fragte dieser: "Was wurde nun aus Wolf und Hermelin?" Die Großmutter lächelte und antwortete: "Das ist unwichtig.... Wer selbst zur Rose wurde und in der Schönheit der Welt erstrahlt, braucht keinen anderen mehr um seine Einsamkeit zu teilen - da es in der Weltenseele so etwas wie Einsamkeit nicht mehr gibt...." ![]() |












